Eisenzahn.org

Alles, was ich euch erzähle, ist wahr und falsch und bedeutungslos.

Erster LTE-Sender in Betrieb

Mal sehen, wann die ersten Leute im Verblödungsendgerät auftauchen und von irrsinnigen Kopfschmerzen und Schlafstörungen berichten, seit “dieset Dingen da” steht. Parallel dazu werden dann findige Geschäftsleute mit Meßgeräteimitaten oder Wünschelruten durch die Wohnungen der “Betroffenen” streunen, irgendwas von Strahlungszentren faseln und letzten Endes Kisten mit rostigen Nägeln und Steinen in der Wohnung deponieren. Alternativ dazu kann man auch die Wohnung “richtig” streichen lassen…

Mehr Spaß

Sommerrodelbahnen werden erst dann richtig Spaß machen, wenn an den Schlittenimitaten diese Bremshebel abgeschraubt werden, damit die alte Dörrpflaume vor einem nicht ständig daran reißt.

Niemand da …

Kiss Ride Preview in Niemand da ...

… zum Küssen und Reiten. Und ich bezweifle, wären Frauen dort gewesen, Sie hätten wohl kaum Lust gehabt, wildfremde Kerle zu küssen und ähm … Man verzeihe mir derlei Gedankengänge aber sie zwingen sich mir leider auf beim Betrachten dieses Schildes am Bahnhofsvorplatz in Halle (Saale). Der inflationäre Gebrauch von Anglizismen geht manchmal ganz böse in die Hose wenn man, wie in diesem Falle, einer langweiligen deutschen Einrichtung mit Gewalt einen modernen Anstrich verpassen will.

Ilse beim DLF

Frau Aigner heute im Deutschlandfunk auf die Frage, warum Google bei allen anderen Ländern, in welchen StreetView verfügbar sei, nicht ein solches Theater ausgelöst hat und ob Deutschland möglicherweise technikfeindlich sei.

Aigner: Ich weiß nicht. Das hat, glaube ich, weniger mit der Technik zu tun, sondern das hat einfach mit einem sehr, sehr hohen Datenschutzstandard, aber auch mit einem sehr hohen Datenschutzbewusstsein in Deutschland zu tun, hat vielleicht auch mit unserer Vergangenheit zu tun, und deshalb sind wir vielleicht auch ein Schrittmacher in diesem Bereich, was Datenschutzrecht betrifft, in diesem Bereich, aber auch in anderen Bereichen, die Verbraucherrechte betreffen.

Deutschland in einem Atemzug mit hohem Datenschutzstandard und Datenschutzbewußtsein zu nennen, das birgt schon eine gewisse Ironie.

Nach Ilse Aigner, durfte Sascha Lobo das Wort ergreifen. Er klang doch ein wenig differenzierter, sparte aber auch nicht mit Kritik in Richtung Google. Das Interview mit Ilse Aigner gibt es hier und das mit Sascha Lobo hier zum nachlesen.

Dagegen!

Die ganzen Doofköppe stehen bei Google jetzt Schlange und geben dem bösen Datensammler freiwillig noch mehr Daten über sich preis. Denn wenn die häßliche Architektenwutze im Internet zu sehen ist, dann würde es ein neues Phänomen geben: Einbruch! Gabs vorher nicht, wird erst erfunden, wenn Google Streetview online geht. Jedes vernünftige Argument, wird von diesen Leuten schlichtweg ignoriert. Da tritt dann die ganze Egozentrik dieser Gesellschaft zu Tage. ICH, MEIN tolles Haus, wo kämen wir denn hin, wenn jeder MEIN Eigentum sieht.

Niemand von denen hat sich über das Swift-Abkommen beschwert. Niemand von denen wird seinen nächsten USA-Urlaub ausfallen lassen, obwohl beim Einchecken die Konsistenz des letzten Stuhlgangs erfaßt und übermittelt wird.

Diese ganze Streetview-Debatte zeigt richtig deutlich, warum dieses Land nicht reif ist für soetwas wie Volksentscheide. Alles, was neu und anders ist, ist per se böse und gehört verboten. Es geht nicht darum, wer am besten informiert ist, sondern wer am lautesten schreit. Und genau dem trottet der Mob dann willenlos hinterher. Am Ende steht dann sowas wie “Die Entscheidung des Volkes”. Mahlzeit!

Einkaufen

Richtig gelesen: einkaufen, nicht shoppen. Ich war in einer Buchhandlung. Da steht noch richtig Buchhandlung dran. Nicht Store oder sowas. Und es waren auch keine Aufkleber mit dem Wort “Sale” in das Fenster geleimt. Drin wurde man nicht mit einem nervigen Musikbett weichgekocht. Kein drittklassiger Regionalsender war zu hören und kein massentaugliches Gebimmel. Es war einfach ruhig.

Die Anreise lief, im wahrsten Sinn des Wortes, unproblematisch ab. 15 Minuten gemütlicher Fußweg. Keine Parkplatzsuche, kein stundenlanger Gewaltmarsch durch die Wüste abgestellter Fortbewegungshilfen.

Der Bezahlvorgang war eine Freude. Mir wurden keine Doofenpunkte aufgenötigt, die Frage nach der Idiotenkarte unterblieb und niemand erkundigte sich nach meiner Postleitzahl, der Schuhgröße oder meinem letzten GV. Ich habe auch Zweifel, daß die Titel der erstandenen Bücher zusammen mit meiner Adresse in einer Datenbank landen.

Dieses Gallien unter den Geschäften werde ich in seinem Widerstand gegen die ganzen Shoppingtempel auf der grünen Wiese unterstützen. Mein nächster Buchkauf wird exakt in diesem Geschäft stattfinden und vielleicht besinnt sich ja auch der eine oder andere der Geschäfte, welche bei ihm vor der Tür um ihr Überleben kämpfen und läßt die bunte Glitzerwelt mit ihrem Krawall auf der grünen Wiese links liegen. Es macht nämlich ungemein Spaß!

Angenehme Begegnung mit dem Ordnungsamt

Ich habe im nebenan liegenden Nest namens Eichwalde vergessen, die Parkscheibe gut sichtbar in meinem Fahrzeug abzulegen. Zum Auto zurückkehrend fand ich dort eine Dame vor, welche sich als Botschafterin des Ordnungsamtes zu erkennen gab und mich fragte, ob denn das Fahrzeug mir gehöre. Wahrheitsgemäß sagte ich ihr “Nein, das gehört dem Chef”. Sie machte mich auf des Fehlen der Parkscheibe aufmerksam (Kann mir jemand deren Sinn einmal wirklich stichhaltig erklären?). Ich schwor, nie wie wieder vom Pfade der Tugend abzuweichen und so kam es, daß sie ihren Abmahnblock stecken ließ und sich verabschiedete.

Klingt wie ein Märchen, ist aber so geschehen und obendrein ein kleines Beispiel dafür, wie schön es in diesem Lande zuginge wenn die Menschen wieder lernen würden, auch mal alle Fünfe gerade sein zu lassen.

Mündige Bürger stehen Schlange bei DE-Mail

Auf allen, von mir verfolgten, Nachrichtenseiten und Blogs ist von der Unsicherheit des E-Postbriefes zu lesen. Und trotzdem meldeten sich laut DHL in den ersten beiden Tagen 250.000 Kunden an.

Ich unterstelle selbigen, den Zugriff auf das Internet. Nur, was machen die da? Informieren sie sich nicht? Besteht deren Netz nur aus ihrem Jappy Account? Übergehen sie einfach die Warnungen? Vertrauen Sie dem Innenministerium, welches die Sicherheit des DE-Maildienstes in den Himmel lobt? Sieht deren Netz anders aus als meines? Oder ist es ihnen einfach egal?

Es ist mir schlicht und ergreifend zu hoch, wie man sich derart freiwillig zum gläsernen Bürger machen kann. Manchmal habe ich das Gefühl die Leute fühlen sich wohl dabei, wenn man Ihnen mittels Punktekarten beim Einkaufen nachspioniert und nun auch noch deren Post liest. “Ich habe ja nichts zu verbergen” höre ich da schon an mein Trommelfell klopfen und im schlimmsten Falle gehen eben diese mündigen Bürger auch noch wählen.

Product placement

So langsam geht es mir ganz gewaltig auf den Zünder, das es scheinbar unvermeidlich zu sein scheint, in allen möglichen Medien die Apple-Produkte unter die Nase gerieben zu bekommen. Und sei der Content noch so belanglos, Hauptsache es wird iScheiß herumgezeigt.