Richtig gelesen: einkaufen, nicht shoppen. Ich war in einer Buchhandlung. Da steht noch richtig Buchhandlung dran. Nicht Store oder sowas. Und es waren auch keine Aufkleber mit dem Wort “Sale” in das Fenster geleimt. Drin wurde man nicht mit einem nervigen Musikbett weichgekocht. Kein drittklassiger Regionalsender war zu hören und kein massentaugliches Gebimmel. Es war einfach ruhig.
Die Anreise lief, im wahrsten Sinn des Wortes, unproblematisch ab. 15 Minuten gemütlicher Fußweg. Keine Parkplatzsuche, kein stundenlanger Gewaltmarsch durch die Wüste abgestellter Fortbewegungshilfen.
Der Bezahlvorgang war eine Freude. Mir wurden keine Doofenpunkte aufgenötigt, die Frage nach der Idiotenkarte unterblieb und niemand erkundigte sich nach meiner Postleitzahl, der Schuhgröße oder meinem letzten GV. Ich habe auch Zweifel, daß die Titel der erstandenen Bücher zusammen mit meiner Adresse in einer Datenbank landen.
Dieses Gallien unter den Geschäften werde ich in seinem Widerstand gegen die ganzen Shoppingtempel auf der grünen Wiese unterstützen. Mein nächster Buchkauf wird exakt in diesem Geschäft stattfinden und vielleicht besinnt sich ja auch der eine oder andere der Geschäfte, welche bei ihm vor der Tür um ihr Überleben kämpfen und läßt die bunte Glitzerwelt mit ihrem Krawall auf der grünen Wiese links liegen. Es macht nämlich ungemein Spaß!